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Schneeflockenzeit – Eine Adventsgeschichte

Schneeflockenzeit - Eine Geschichte über die Bedeutung des Augenblicks

Leise Gedanken

Immer zwischen Herbst und dem Anbrechen des Advents kommt irgendwann dieser besondere Tag. Ich erwache morgens im Bett und trage eine Geschichte in mir. Während meine Augen noch geschlossen sind, steigt sie leise aus meinem Inneren auf, meine Gedanken formen Sätze und ich muss sofort aufstehen und schreiben. Ich sehe die Figuren, die Erzählung plötzlich vor mir und weiß, dass da gerade meine jährliche Weihnachtsgeschichte entsteht.

Schneeflockenzeit - Eine Geschichte über die Bedeutung des Augenblicks

So ging es mir damals schon bei der Nikolausgeschichte oder auch bei Licht sein, die ich beide mit euch geteilt habe. Im vergangenen Jahr war es die Geschichte von dem Obdachlosen, die auf ein Erlebnis zurück ging, das mich zu dem Zeitpunkt sehr beschäftigt hat.

Schneeflocken und die schnelllebige Zeit

In diesem Jahr habe ich mir eine Geschichte überlegt, in der es um eine alte Frau geht, die zwischen all der Weihnachtshektik noch die Schönheit des Augenblicks wahr nimmt. Selten, die Gabe einfach einmal inne zu halten und den Moment zu genießen.

Hier kannst du dir die Geschichte gerne Schneeflockenzeit Buchvorlage (acht Seiten, die man zum Drucken vier auf eine Seite einstellt, um sie zusammenzutackern) Schneeflockenzeit (normale Größe). Und hier noch als Worddokument: Schneeflockenzeit. Am Ende des Beitrags füge ich sie auch noch einmal zum Lesen ein…

Ich selbst habe ich in diesem Jahr auch einen Gang zurück geschaltet und gemerkt, wie gut es mir tut, mehr im Moment zu sein. Natürlich gelingt es mir mit zwei Kindern, Halbtagsjob und Haushalt längst nicht immer, Tag für Tag entspannt zu sein. Nein, aber ich merke, dass ich unglaublich viel Kraft daraus ziehe, immer wieder zu mir selbst zu kommen und mir Zeit zu schenken. Kleine Auszeiten aus dem Alltag. Eine Tasse Tee, bevor die Kinder aufstehen. Ein paar Seiten lesen, zwischen dem Wäschemachen. Abends schreiben statt fernzusehen…

Wir nehmen uns so viel Zeit für alles mögliche und manchmal zu wenig für uns selbst. Genau da habe ich in diesem Jahr angefangen zu schauen, wo ich den Fokus tatsächlich mal verändere. Ich kann volle Wäschekörbe sehr gut ein zwei Tage lang ignorieren und dafür mit den Kindern einen Spielemittag machen. Und genau so gut kann ich die Kinder alleine spielen lassen und mir eine halbe Stunde eine Auszeit zwischendrin gönnen.

Und vielleicht machst du das heute auch? Einen Tee trinken, die Geschichte lesen und dir überlegen, wie es du dir selbst einmal schön machen kannst.

Schneeflockenzeit - Eine Geschichte über die Bedeutung des Augenblicks

Die Geschichte haben heute auch 24 Frauen in ihrem Homemade-Adventskalender und ich hoffe, dass sie meinen ersten Testleserinnen gefallen wird. Über die Kalenderidee habe ich euch vor einigen Tagen schon berichtet. Ich bin nach wie vor total begeistert von dem Kalender.

Das Schneeflockentürchen

Für mein Türchen habe ich mir überlegt, dass ich Schneeflocken als Motto nehme, passend zur Geschichte.

Schneeflockenzeit - Eine Geschichte über die Bedeutung des Augenblicks

Die Geschichte selbst habe ich dieses Mal als kleines Buch zusammengetackert (und ich kann sagen, dass mein alter Tacker dabei fast den Geist aufgegeben hat). Das Backfräulein hat mir ein Coverbild gemalt.

Schneeflockenzeit - Eine Geschichte über die Bedeutung des Augenblicks

Symbolisch haben wir (das Backfräulein und der Bastelbub) für jeden eine Schneeflocke aus Fake-Porzellan gemacht. Das Rezept für das Kaltporzellan habe ich euch im vergangenen Jahr gezeigt (Es ist so genial! Drei Zutaten und schon kann es losgehen!)

Schneeflockenzeit - Eine Geschichte über die Bedeutung des Augenblicks

Meine Schneeflocke habe ich mir ins Büro mitgenommen. Wenn sich die Arbeit dort türmt, schaue ich zwischendrin auf das Schneeflöckchen und denke daran, wie wertvoll jeder Moment ist.

Auch wie ihr die kleinen Verpackungen falten könnt, habe ich schon einmal gezeigt. Damals in Form eines Ostergoodies. Dann gab es für jeden noch ein Lesezeichen. Hier haben meine Kinder fleißig die Perlenauswahl und das Einfädeln übernommen.

Schneeflockenzeit - Eine Geschichte über die Bedeutung des Augenblicks

Schneeflockenzeit - Eine Geschichte über die Bedeutung des Augenblicks

Auch die Karte habe ich selbst gestaltet. Ich habe seit einigen Wochen einen Stift fürs Tablet und habe eine Handvoll Bilder digital gemalt. Das Schneekugelmotiv ist eines meiner ersten Versuche. Daraus habe ich dann die passenden Karten drucken lassen.

Schneeflockenzeit - Eine Geschichte über die Bedeutung des Augenblicks

Fertig ist das Schneeflocken-Türchen.

Nun wünsche ich euch beim Lesen der Geschichte viel Freude. Und viele Schneeflockenstunden!

Schreibt mir doch gerne in einem Kommentar, wie euch die Geschichte gefällt.

Ich sende dir ein Lächeln.

Christine

Schneeflockenzeit – Eine Adventsgeschichte

Ein Zauber lag in der Luft, so zart und fein wie die Schneeflocken, die dicht an dicht vom Himmel schwebten. Die Straßen waren von unzähligen Lichtern festlich beleuchtet. Ein Hauch von Weihnachten schwebte zusammen mit dem Duft von Zimtwaffeln durch die Luft.

Mitten in dem Flockentreiben stand reglos eine alte Frau. Zwischen all den hastenden, eilenden Menschen bildete sie einen ungewohnten Ruhepol. Den Kopf in den Nacken gelegt stand sie da und blickte in den dunklen Abendhimmel, aus dem die weiße Flockenpracht unaufhörlich fiel. Schwer bepackte Menschen hasteten an ihr vorbei.

Zaghaft lächelte die Alte, öffnete vorsichtig die Hand und ließ einige Schneeflocken auf ihrem warmen Handrücken schmelzen.

Hektische Schritte näherten sich ihr. „Da bist du ja, Mutter. Wir haben dich schon überall gesucht.“ „Ich bin hier.“, lächelte die Alte. „Das sehe ich.“ Der genervte Blick ihrer Tochter sprach Bände. „Du kannst in dieser Menschenmasse doch nicht einfach stehen bleiben.“ Die Alte schaute noch einmal in den Himmel. „Das kann ich schon. Vielleicht solltest du es auch einmal versuchen. Das Innehalten.“  Liebevoll blickte sie zu ihrer Enkeltochter, die an der Hand ihrer Mutter auf und ab wippte. „Wie wäre es, wenn wir Beide einen Schneeflockenspaziergang machen und deine Mutter weiter Weihnachtsbesorgungen machen lassen?“ Begeistert quietschte ihre Enkelin auf. „Wie geht ein Schneeflockenspaziergang?“ Sie wechselte von der Hand ihrer Mutter zu der ihrer Großmutter. Nervös huschte der Blick ihrer Mutter auf die Uhr. „Einverstanden. In einer Stunde treffen wir uns wieder hier.“ Ihre davoneilenden Schritte wurden vom Schnee verschluckt.

Großmutter und Enkelin bummelten gemütlich zum Park, der an diesem Winterabend ruhig unter einer weißen Decke lag.  An dem vereisten Brunnen schauten sie gemeinsam auf die durchschimmernden Münzen auf dem Brunnenboden. „Schau nur, die Wünsche sind ja eingefroren.“, stellte das Mädchen fest. Die Großmutter lachte. „Meinst du? Die großen Wünsche tragen die Menschen in ihren Herzen. Die lassen sich in einem Brunnen nicht einsperren.“ Neugierig betrachtete die Kleine ihre Großmutter. „Gehen alle Wünsche in Erfüllung?“ Die Großmutter schüttelte den Kopf. „Alle nicht. Manche sind zwar nicht unter Eis begraben, aber in den Herzen der Menschen, die sich nicht trauen, sie frei zu lassen.“ Verwirrt schüttelte das Mädchen den Kopf. „Das verstehe ich nicht.“ Liebevoll nahm die Alte die Hände ihrer Enkeltochter in ihre. „Schau, das ist so: viele Menschen haben verlernt wie das Wünschen geht. Sie wissen oft gar nicht mehr, was sie wirklich wollen. Was ihnen wahrhaftig wichtig ist. Und wenn man das nicht weiß: was soll man sich dann wünschen?“ „Mir bist du wichtig. Und Mama. Und Papa.“ Die Kleine lächelte und die Großmutter fuhr fort: „Du mir auch, mein Schatz. Und weil du mir wichtig bist, schenke ich dir das Kostbarste was ich habe.“ „Deine goldene Kette?“ Die Großmutter lachte. „Nein, meine Zeit.“ Die Kleine nickte eifrig. „Das finde ich auch viel besser, als die Goldkette. Die kann man sich ja nur umhängen.“ Vorsichtig fing die Großmutter eine Schneeflocke und zeigte sie ihrer Enkelin. „Jede Schneeflocke gibt es nur ein einziges Mal. Sie alle ähneln einander und doch ist jede einzigartig. So ist das auch mit den Tagen in unserem Leben. Viele gleichen sich und doch kommt jeder Tag nur einmal. Jede Minute ist eine Schneeflocke, die uns kurz die Möglichkeit gibt uns an ihr zu erfreuen und die dann zerschmilzt.“  Gemeinsam ließen sie die Schneeflocken auf ihren Händen landen. Die Kleine seufzte. „Wie schade, dass sie schmelzen müssen.“ Ihre Großmutter lächelte: „Das ist der Lauf des Lebens. Wichtig ist, dass wir die Schneeflocken wahrnehmen und uns ihre Kostbarkeit bewusst wird.“ Nachdenklich legte ihre Enkeltochter den Kopf in den Nacken und ließ sich die Flocken ins Gesicht fallen.

„Ich glaube, Mama hat verlernt die Schneeflocken zu sehen. Sie eilt immer nur von einem Termin zum anderen. Nie hat sie Zeit. Und wenn sie dann stehen bleibt, sieht sie nur noch den Schneematsch der übrig ist.“

Ihre Großmutter lachte laut auf. „Das hast du gut beobachtet. Viele sehen leider nur noch den Schneematsch. Vielleicht müssen wir dafür sorgen, dass deine Mama die Schneeflocken wieder sieht, bevor sie sich in grauen Matsch verwandeln?“

Gemeinsam schlenderten sie zurück zum Treffpunkt. „Mama, wir haben Schneeflocken beobachtet!“ Begeistert rannte die Kleine ihrer Mutter entgegen. „Oma hat mir erklärt, dass jede Schneeflocke nur einmal kommt und du musst mitkommen und sie mit uns anschauen und nicht nur den Schneematsch sehen!“

Verwirrt huschte der Blick der Mutter zwischen Großmutter und Enkeltochter hin und her. „Hast du zu viel Glühwein getrunken?“ Fragend schaute sie ihre Mutter an. Diese lachte. „Höchstens zu viel Leben!“ Energisch zog die Kleine Oma und Mama mit sich zurück in den Park. Ihre Mutter seufzte. „Ich bin noch nicht fertig mit allen Besorgungen. Hat das nicht Zeit?“ „Deine Besorgungen haben Zeit.“, lächelte die Alte. „Jetzt ist Schneeflockenstunde.“

Die Mutter seufzte. Den Tonfall kannte sie. Ergeben schulterte sie ihre Taschen und Tüten und folgte den Beiden in die Stille des Parks. Leise knirschten ihre Schritte im Schnee. Vor dem Brunnen blieben sie stehen. „Streck die Hand aus.“ , forderte die Kleine und die Mutter gehorchte. Im gleichen Moment landeten die ersten zarten Flocken auf ihrer Hand. „Schau Mama. Die Oma hat es erklärt: Jede Flocke gibt es nur einmal und so ist es auch mit unserem Leben. Jeder Tag kommt nur einmal. Und nur wenn wir stehen bleiben und hinschauen…“ „…sehen wir die Schönheit des Moments.“, vollendete die Mutter den Satz. Sie blickte zu der Alten, die still in den Himmel schaute. „Das hast du mir damals schon immer gesagt, als ich noch klein war. Ich habe es ganz vergessen.“ Aufgeregt hüpfte die Kleine um die Frauen herum. „Und weißt du noch was? Oma hat gesagt, dass die Schneeflocken-Zeit viel mehr wert ist als ihre Goldkette.“

Die Frauen lachten. Verstohlen wischte sich die Mutter eine Träne aus den Augenwinkeln. „Das habe ich wohl ganz verdrängt  im Laufe der letzten Jahre. Danke, dass ihr mich daran erinnert habt.“

Die Kleine streckte ihre Zunge heraus, ließ eine Schneeflocke darauf schmelzen. Genießerisch schloss sie die Augen. „Ich will in meinem Leben immer die Schneeflocken sehen und nicht nur den Schneematsch!“

Auch ihre Mutter ließ einige Schneeflocken auf ihrer Zunge zergehen. Mit jeder zarten Flocke nahm sie sich vor, ihrem Leben wieder mehr Schneeflockenzeit zu schenken.

Voller Liebe betrachtete die Alte Tochter und Enkeltochter. Bei sich dachte sie: „Jeder Moment ist ein Geschenk. Jeder Tag wartet darauf, von uns gekostet zu werden. Das Leben ist wirklich eine Schneeflockenpracht! Und wo es für die einen nur dichtes Schneegestöber ist, wo sich Schneeflocke an Schneeflocke aneinanderreiht um irgendwann als grauer Brei zu enden, ist es für den anderen ein Zauber der sich jeden Tag aufs Neue entfaltet und unsagbare Schönheit in sich trägt.“

Ganz still standen die Drei da und sahen den Schneeflocken bei ihrer Reise zur Erde zu.

Hand in Hand:  Jede Schneeflocke einzigartig.

Blick in Blick:  Jeder Tag nur einmal.

Tief im Herzen: Dankbar, dieses eine kostbare Leben miteinander zu teilen.

Und inmitten des Flockengestöbers ließen sie ihre Wünsche tief aus ihren Herzen in den Himmel empor steigen.

Schneeflockenzeit - Eine Geschichte über die Bedeutung des Augenblicks

 

 

Kreativer Hilferuf! Basteln für den Kinder-Hospizdienst!

Herzenssachen

Wer little. red. temptations. schon länger folgt der weiß, dass es zwischen den DIY-Ideen und Backrezepten manchmal auch ernstere Themen gibt. Herzenssachen sozusagen, die mich bewegen, berühren und Gedanken die ich gerne mit euch teilen mag.

Das sind die Artikel, die mir manchmal das Besondere am Bloggen vor Augen halten. Natürlich wollen wir DIY- oder Foodblogger unsere Leser in erster Linie inspirieren und kreative Ideen mit euch teilen. Das, was mir manchmal aber tatsächlich wie ein Wunder vorkommt, sind die Momente, in denen ich das Gefühl habe, mit dem Bloggen wirklich etwas Wertvolles zu machen. Etwas, was die Welt vielleicht ein winziges Stückchen heller werden lässt.

Heute habe ich einen kleinen (mittelgroßen) Hilferuf an die kreativen Blogleser oder Blogleser, die Kreative kennen:

Handgemacht und Herzbedacht

Vielleicht erinnert ihr euch noch an die Aktion „Handgemacht und Herzbedacht„, die ich im letzten Jahr sehr spontan ins Leben gerufen habe, um selbstgemachte Artikel aller Art für einen Kreativstand an unserem Bücherflohmarkt damit zu füllen. So viele wunderbare Menschen aus ganz Deutschland haben uns daraufhin Sachen zum Verkaufen geschickt!

 

Der Erlös des Kreativstandes ist komplett für den Kinder-Hospizdienst Saar gespendet worden und wir haben tatsächlich 800 € (die wir dann auf 1000 € erhöht haben) für den Kinder-Hospizdienst zusammen bekommen. Weitere Spenden aus dem Bücherverkauf gingen an die Blindenschule und an eine Gehörlosenschule.   Die beiden Links führen euch übrigens zu zwei Blogbeiträgen, in denen wir unter anderem ein Märchen in Gebärdensprache erzählt bekommen oder erfahren, wie eine Schreibmaschine für Blinde funktioniert, denn beide Schulen haben uns in unserer Lese- und Schreibwerkstatt besucht.

Ihr seht: viel Gutes ist durch den Bücherflohmarkt entstanden.

Kreativstand am Bücherflohmarkt

Auch in diesem Jahr möchten wir wieder einen Kreativstand am Bücherflohmarkt aufbauen, denn uns hat es sehr berührt, wie viele Menschen den Stand unterstützt haben. An dieser Stelle noch einmal ein riesengroßes Dankeschön an all die Unterstützer aus dem Vorjahr!

Der Bücherflohmarkt ist in diesem Jahr am 11.03. (und ich denke jede Nacht aaaaaahhhhhh, du bist zu spät!) und unsere Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. So sieht er übrigens von oben aus (und das nur in Teilen):

Da mein Januar/Februar bisher praktisch nur aus kranken Kindern/krankem Mann/krankem Ich selbst bestanden hat, bin ich tatsächlich mächtig knapp was die Vorlaufzeit angeht und ich hoffe auf ein kleines Wunder! Genau da kommt ihr ins Spiel!

Vielleicht kann jemand helfen? Egal ob selbstgestrickte Socken, gebastelte Karten, Badebomben, Schmuck: wir freuen uns über alles!

Ihr wollt uns unterstützen? Schreibt mir an info@littleredtemptations.com oder schreibt einen Kommentar mit euren Fragen unter diesen Beitrag.

Wer ist uns?

Und wenn ihr euch fragt, wer uns ist: die Lese- und Schreibwerkstatt habe ich 2005 während meines Studiums gegründet. Ich habe mir damals vorgenommen, meine Freizeit dazu zu nutzen Kinder und Jugendliche für die Welt der Bücher zu begeistern: ihnen vorzulesen, mit ihnen über Geschichten zu diskutieren und selbst welche zu erfinden, dazu zu basteln, zu backen, zu experimentieren und sich zu bewegen. Damals habe ich nicht gewusst, dass ich an dieses Projekt mein Herz verlieren würde. Aber so ist es gekommen: die Lese- und Schreibwerkstatt ist meine ganz große Liebe! Und ich bin eben nicht alleine so verliebt in die Aufgabe Bücher und Kinder zusammenzubringen. Mit mir setzen sich eine Handvoll Menschen ebenfalls in ihrer Freizeit für dieses Projekt ein. Wir arbeiten in den Gruppenstunden zusammen, mit meinem langjährigen guten Freund ret samys blogge ich auf der Lesenische auch über viele Buchaktionen. Und enge Freundschaften sind so nebenher dadurch auch entstanden.

Was ist der Bücherflohmarkt?

Mit dem Bücherflohmarkt finanzieren wir für die Leseratten besondere Aktionen: Autorenbegegnungen, Ausflüge, Lesenächte. Gleichzeitig können wir unsere Bücherei ständig weiterausbauen und immer aktuelle Buchwünsche der Kinder und Jugendlichen erfüllen. Die Gruppenstunden und die Kinder- und Jugendbücherei sind für die Kinder kostenlos, so dass absolut jeder bei uns mitmachen kann.

Alle Bücher, CD´s, Spiele und DVDS, die wir an dem Tag verkaufen, werden uns gespendet: so hat der Bücherflohmarkt noch einen weiteren wunderbaren Aspekt. Bücher, die man selbst nicht mehr lesen mag, machen einen anderen glücklich. Aus dem ganzen Saarland kommen an diesem Tag Bücherfreunde und decken sich mit günstiger Literatur ein.

Warum gerade  Kinder-Hospizdienst?

Als ich in der Grundschule war, habe ich mir eines Tages in der Buchhandlung ein Buch aussuchen dürfen. Ich habe mir „Tränen im Regenbogen“ ausgesucht – ein Buch das von sehr kranken Kindern und Jugendlichen geschrieben wurde, die in Tübingen in der Klinik lagen. Dort hat unter anderem ihr Lehrer Michael Klemm mit ihnen eine Klinikzeitschrift erstellt in der sie lustige aber auch traurige Geschichten schrieben. In der sie von ihren Krankheiten erzählten und von ihrem Alltag in der Klinik.

All diese Kinder waren im Buch mit Fotos und Lebenslauf abgebildet und ich erfuhr, dass manche der Kinder bereits gestorben waren. Dieses Buch hat mich so tief bewegt, wie es selten ein Buch geschafft hat. Zum ersten Mal wurde mir deutlich, dass der Tod einen auch in jungen Jahren erreichen kann.

Die Kinder, diese Jugendlichen: sie alle hatten Träume und Wünsche. Sie hatten Ängste. Und in diesem Buch las ich immer wieder ihre Geschichten und ihre Lebensläufe.

Als wir mit dem Bücherflohmarkt begonnen haben, war für mich deshalb wichtig, dass wir den Kinder-Hospizdienst besonders unterstützen wollen. Denn dass Kinder so früh sterben müssen, ist besonders bitter und dass diese Familien die Möglichkeit haben durch den Hospizdienst auf diesem schweren Weg unterstützt zu werden, finde ich unglaublich wichtig. Wer mag sich vorstellen, in einer solchen Situation alleine zu sein?

Nun hoffe ich auf viele kreative Menschen, die uns in den nächsten Wochen damit helfen, vielleicht doch noch ein kleines Wunder wahr werden zu lassen und den Stand so wunderbar wie im letzten Jahr zu füllen!

Gerne könnt ihr diese Aktion teilen oder über sie berichten! Auch das Logo könnt ihr gerne verwenden.

Und weil mich gaaaanz viele im Moment fragen: ja – wir nehmen auch noch Bücher, DVD´s, CD´s und Gesellschaftsspiele für den Flohmarkt an! Was ihr nicht mehr braucht, wird einen anderen vielleicht noch glücklich machen!

Ich sende euch ein Lächeln!

Christine

{Handgemacht und Herzbedacht} Mit Kreativität helfen

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Bücherflohmarkt

So langsam nähert er sich: der große Tag unserer Lese- und Schreibwerkstatt. Am 02. April findet unser jährlicher Bücherflohmarkt statt. Was vor Jahren als kleine Aktion begann, hat sich mittlerweile zu dem wahrscheinlich größten Bücherflohmarkt des Saarlandes entwickelt. Zwischen 8.000 und 10.000 Bücher haben wir an diesem Tag für Bücherfreunde und jedes Buch kostet 0,50 Euro. Die Bücher werden uns über das Jahr verteilt gespendet.

Mit dem Erlös kaufen wir neue Bücher für unsere Kinder- und Jugendbücherei, laden Autoren für unsere Leseratten ein und spenden seit vielen Jahren unter dem Motto „Bücher helfen!“ einen Teil des Erlöses an soziale Projekte im Saarland.

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Wer ist dieses WIR von dem ich hier schreibe? Das sind eine Handvoll wunderbarer Menschen, die wie ich am Wochenende und während der Woche Mittwochs abends in ihrer Freizeit Kinder und Jugendliche für Bücher und für die wunderbare Welt der Literatur begeistern wollen: das Team unserer Lese- und Schreibwerkstatt, meinem persönlichen Herzensprojekt.

Uns allen ist vor allem ein Projekt sehr ans Herz gewachsen. Das ist der  Kinder-Hospizdienst Saar. In den vergangenen Jahren haben wir deshalb neben dem Bücherflohmarkt eine ganz spezielle Aktion nur für ihn gestartet: „Ein Lesezeichen setzen! Lesen mit Herz“. Dabei haben uns wunderbare Bastlerinnen aus ganz Deutschland Lesezeichen gebastelt, die wir dann zugunsten des Kinder-Hospizdienstes verkauft haben.

In diesem Jahr haben wir nun wieder eine besondere Aktion vor. Und gerne nehmen wir Hilfe von kreativen Menschen an. Vielleicht fühlst du dich beim Lesen dieser Zeilen gerade angesprochen? Eine meiner wunderbaren Helferinnen meinte kürzlich: „Ich nähe gerade kleine Taschentuch-Taschen. Soll ich nicht einige mehr nähen, die wir dann auch beim Bücherflohmarkt verkaufen?“ Das hat meine Gedanken zum Rotieren gebracht. Was, wenn wir weitere Menschen gewinnen könnten, die uns gerne etwas Selbstgemachtes spenden würden? Wie wäre ein eigener Stand für den Kinder-Hospizdienst mit Sachen die handgemacht sind und von Herzen kommen?

Handgemacht und Herzbedacht

„Handgemacht und Herzbedacht“ war in diesem Moment geboren und so  lautet nun auch unser Motto, mit dem wir den Kinder-Hospizdienst Saar in diesem Jahr unterstützen möchten. Neben dem Bücherflohmarkt werden wir eine kleine Kunsthandwerksecke einrichten mit selbstgemachten schönen Dingen. Es darf gebastelt, genäht, gestempelt, gehäkelt, gestrickt und und und sein.

Wenn dich dieser Blogbeitrag motiviert hat, Teil von „Handgemacht und Herzbedacht“ zu werden, dann schreib mir (christine_sinnwell@web.de).

Gerne können Blogger, die diese Aktion mittragen auch diesen Beitrag nutzen um für sich Werbung zu machen: verlinkt eure Blogs in einem Kommentar.

Ich bin gespannt, was aus der Idee entsteht und hoffe, dass wir eine bunte Ecke mit handgemachten und herzbedachten Artikeln zusammen stellen können.

Süße (und in diesem Fall kreative) Grüße

Christine