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Kreativer Hilferuf! Basteln für den Kinder-Hospizdienst!

Herzenssachen

Wer little. red. temptations. schon länger folgt der weiß, dass es zwischen den DIY-Ideen und Backrezepten manchmal auch ernstere Themen gibt. Herzenssachen sozusagen, die mich bewegen, berühren und Gedanken die ich gerne mit euch teilen mag.

Das sind die Artikel, die mir manchmal das Besondere am Bloggen vor Augen halten. Natürlich wollen wir DIY- oder Foodblogger unsere Leser in erster Linie inspirieren und kreative Ideen mit euch teilen. Das, was mir manchmal aber tatsächlich wie ein Wunder vorkommt, sind die Momente, in denen ich das Gefühl habe, mit dem Bloggen wirklich etwas Wertvolles zu machen. Etwas, was die Welt vielleicht ein winziges Stückchen heller werden lässt.

Heute habe ich einen kleinen (mittelgroßen) Hilferuf an die kreativen Blogleser oder Blogleser, die Kreative kennen:

Handgemacht und Herzbedacht

Vielleicht erinnert ihr euch noch an die Aktion „Handgemacht und Herzbedacht„, die ich im letzten Jahr sehr spontan ins Leben gerufen habe, um selbstgemachte Artikel aller Art für einen Kreativstand an unserem Bücherflohmarkt damit zu füllen. So viele wunderbare Menschen aus ganz Deutschland haben uns daraufhin Sachen zum Verkaufen geschickt!

 

Der Erlös des Kreativstandes ist komplett für den Kinder-Hospizdienst Saar gespendet worden und wir haben tatsächlich 800 € (die wir dann auf 1000 € erhöht haben) für den Kinder-Hospizdienst zusammen bekommen. Weitere Spenden aus dem Bücherverkauf gingen an die Blindenschule und an eine Gehörlosenschule.   Die beiden Links führen euch übrigens zu zwei Blogbeiträgen, in denen wir unter anderem ein Märchen in Gebärdensprache erzählt bekommen oder erfahren, wie eine Schreibmaschine für Blinde funktioniert, denn beide Schulen haben uns in unserer Lese- und Schreibwerkstatt besucht.

Ihr seht: viel Gutes ist durch den Bücherflohmarkt entstanden.

Kreativstand am Bücherflohmarkt

Auch in diesem Jahr möchten wir wieder einen Kreativstand am Bücherflohmarkt aufbauen, denn uns hat es sehr berührt, wie viele Menschen den Stand unterstützt haben. An dieser Stelle noch einmal ein riesengroßes Dankeschön an all die Unterstützer aus dem Vorjahr!

Der Bücherflohmarkt ist in diesem Jahr am 11.03. (und ich denke jede Nacht aaaaaahhhhhh, du bist zu spät!) und unsere Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. So sieht er übrigens von oben aus (und das nur in Teilen):

Da mein Januar/Februar bisher praktisch nur aus kranken Kindern/krankem Mann/krankem Ich selbst bestanden hat, bin ich tatsächlich mächtig knapp was die Vorlaufzeit angeht und ich hoffe auf ein kleines Wunder! Genau da kommt ihr ins Spiel!

Vielleicht kann jemand helfen? Egal ob selbstgestrickte Socken, gebastelte Karten, Badebomben, Schmuck: wir freuen uns über alles!

Ihr wollt uns unterstützen? Schreibt mir an info@littleredtemptations.com oder schreibt einen Kommentar mit euren Fragen unter diesen Beitrag.

Wer ist uns?

Und wenn ihr euch fragt, wer uns ist: die Lese- und Schreibwerkstatt habe ich 2005 während meines Studiums gegründet. Ich habe mir damals vorgenommen, meine Freizeit dazu zu nutzen Kinder und Jugendliche für die Welt der Bücher zu begeistern: ihnen vorzulesen, mit ihnen über Geschichten zu diskutieren und selbst welche zu erfinden, dazu zu basteln, zu backen, zu experimentieren und sich zu bewegen. Damals habe ich nicht gewusst, dass ich an dieses Projekt mein Herz verlieren würde. Aber so ist es gekommen: die Lese- und Schreibwerkstatt ist meine ganz große Liebe! Und ich bin eben nicht alleine so verliebt in die Aufgabe Bücher und Kinder zusammenzubringen. Mit mir setzen sich eine Handvoll Menschen ebenfalls in ihrer Freizeit für dieses Projekt ein. Wir arbeiten in den Gruppenstunden zusammen, mit meinem langjährigen guten Freund ret samys blogge ich auf der Lesenische auch über viele Buchaktionen. Und enge Freundschaften sind so nebenher dadurch auch entstanden.

Was ist der Bücherflohmarkt?

Mit dem Bücherflohmarkt finanzieren wir für die Leseratten besondere Aktionen: Autorenbegegnungen, Ausflüge, Lesenächte. Gleichzeitig können wir unsere Bücherei ständig weiterausbauen und immer aktuelle Buchwünsche der Kinder und Jugendlichen erfüllen. Die Gruppenstunden und die Kinder- und Jugendbücherei sind für die Kinder kostenlos, so dass absolut jeder bei uns mitmachen kann.

Alle Bücher, CD´s, Spiele und DVDS, die wir an dem Tag verkaufen, werden uns gespendet: so hat der Bücherflohmarkt noch einen weiteren wunderbaren Aspekt. Bücher, die man selbst nicht mehr lesen mag, machen einen anderen glücklich. Aus dem ganzen Saarland kommen an diesem Tag Bücherfreunde und decken sich mit günstiger Literatur ein.

Warum gerade  Kinder-Hospizdienst?

Als ich in der Grundschule war, habe ich mir eines Tages in der Buchhandlung ein Buch aussuchen dürfen. Ich habe mir „Tränen im Regenbogen“ ausgesucht – ein Buch das von sehr kranken Kindern und Jugendlichen geschrieben wurde, die in Tübingen in der Klinik lagen. Dort hat unter anderem ihr Lehrer Michael Klemm mit ihnen eine Klinikzeitschrift erstellt in der sie lustige aber auch traurige Geschichten schrieben. In der sie von ihren Krankheiten erzählten und von ihrem Alltag in der Klinik.

All diese Kinder waren im Buch mit Fotos und Lebenslauf abgebildet und ich erfuhr, dass manche der Kinder bereits gestorben waren. Dieses Buch hat mich so tief bewegt, wie es selten ein Buch geschafft hat. Zum ersten Mal wurde mir deutlich, dass der Tod einen auch in jungen Jahren erreichen kann.

Die Kinder, diese Jugendlichen: sie alle hatten Träume und Wünsche. Sie hatten Ängste. Und in diesem Buch las ich immer wieder ihre Geschichten und ihre Lebensläufe.

Als wir mit dem Bücherflohmarkt begonnen haben, war für mich deshalb wichtig, dass wir den Kinder-Hospizdienst besonders unterstützen wollen. Denn dass Kinder so früh sterben müssen, ist besonders bitter und dass diese Familien die Möglichkeit haben durch den Hospizdienst auf diesem schweren Weg unterstützt zu werden, finde ich unglaublich wichtig. Wer mag sich vorstellen, in einer solchen Situation alleine zu sein?

Nun hoffe ich auf viele kreative Menschen, die uns in den nächsten Wochen damit helfen, vielleicht doch noch ein kleines Wunder wahr werden zu lassen und den Stand so wunderbar wie im letzten Jahr zu füllen!

Gerne könnt ihr diese Aktion teilen oder über sie berichten! Auch das Logo könnt ihr gerne verwenden.

Und weil mich gaaaanz viele im Moment fragen: ja – wir nehmen auch noch Bücher, DVD´s, CD´s und Gesellschaftsspiele für den Flohmarkt an! Was ihr nicht mehr braucht, wird einen anderen vielleicht noch glücklich machen!

Ich sende euch ein Lächeln!

Christine

{Farbe bekennen! Braun steht nur Kuchen gut} Oder: mal eben ein Flüchtlingslager mit Kuchen versorgt

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Manchmal spürt man ganz tief in sich drin, dass es an der Zeit ist zu handeln. Schon seit einigen Wochen dachte ich darüber nach, neben meinen üblichen Beiträgen über Kuchen, Basteln und Kinder auch meine Gedanken zu der Flüchtlingssituation in Deutschland zu posten.

Warum? Ich habe keinen politischen Blog. Ihr wisst, dass euch sonst an dieser Stelle Kuchen und ähnliches erwarten, oft garniert mit der ein oder anderen Anekdote von meinem kleinen Backfräulein und dem Bastelbub.

Nein, ich bin kein politischer Blogger, wohl aber ein menschlicher. Und deshalb möchte ich euch heute mit in die Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge in Lebach (für die meisten einfach Flüchtlingslager) nehmen. Denn dort waren ich und einige superengagierte Helfer heute Mittag und haben dort Kuchen in großen Mengen verteilt.

Wie es dazu kam?

Mir gehen momentan viele Gedanken durch den Kopf. Wenn ich sehe, wie das Internet von braunem Gedankengut überrollt wird, wird mir ganz anders.

Wenn ich an die Flüchtlinge denke, dann stelle ich mir vor, wie verzweifelt man sein muss, wenn man bereit ist sein Haus, sein Habe, manchmal seine Familie, seine ganze Existenz aufs Spiel zu setzen um sich auf eine Reise mit ungewissem, vielleicht sogar tödlichem, Ausgang zu machen.

Nein, an dieser Stelle so kurz vor der Flucht denkt sicherlich niemand daran, dass er jetzt einem Deutschen den Flachbildschirm klauen möchte oder sich irgendwo als Sozialschmarotzer niederlassen möchte.

Die Menschen wollen leben, in Frieden. Sie wollen eine Zukunft für sich und ihre Familien. Und wer von uns kann von sich nicht das selbe behaupten? Wir haben das große Glück, in einem Land zu leben, dem es wirtschaftlich gut geht, das politisch stabil ist. Das empfinde ich als großes Glück.

Viele der Menschen die hier ankommen, habe schlimme Dinge erlebt. Sie sind vor einem Grauen geflohen, das wir uns nicht einmal annähernd vorstellen können. Nun sind sie hier. In überfüllten Lagern, oft geplagt von Sorgen um die Zurückgelassenen, bei sich oft nicht viel mehr als ein Handy mit dem sie Kontakt nach Hause halten können und ein wenig Wechselkleidung.

Viele Menschen engagieren sich bereits für diese Menschen und setzen Freizeit, Kraft und viel Herzblut ein um vor Ort das Schicksal der Flüchtlinge erträglicher zu machen. Auch ich habe schon viele Sachenspenden abgegeben, doch da war das Gefühl mehr tun zu wollen.

Diesem Gefühl bin ich dann einfach gefolgt und hatte mit einem Mal vor Augen wie es wäre, mal eben ein Flüchtlingslager mit einer Kuchenspende zu überraschen?

Tag 1: Vergangenen Sonntag habe ich meine liebe Bloggerfreundin Andrea angeschrieben, die sich für Flüchtlinge sehr stark macht und auch sonst eine der engagiertesten Frauen ist, die ich kenne. Lesenswert ist ihr Blog Bachmichels Haus. Ihr erzählte ich von einem Gedanken, der mich zuvor einige Tage begleitet hat. Könnte man nicht einfach einmal spontan die Menschen im Lager mit Kuchen glücklich machen?

Ich traf nicht nur auf offene Ohren, sondern auf einen Menschen der das perfekte soziale Netzwerk hatte und so kamen schnell Andrea und Brigitte mit ins Boot, die sich im Lager bereits tatkräftig engagieren und deshalb auch gleich wussten, wer vor Ort wohl der richtige Ansprechpartner für die Idee war.

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Tag 2: Die Ideen sprudelten und so trafen wir uns gleich am nächsten Tag (nahmen Backbruder Reiner mit ins Boot dazu) und beschlossen, einfach gleich Nägel mit Köpfen zu machen und für freitags eine Kuchenaktion anzusetzen. Der Name der Aktion: Farbe bekennen – Braun steht nur Kuchen gut!

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Tag 3-5: Ich begann in meinem Freundeskreis und in meinen sozialen Netzwerken nach Kuchenspenden zu fragen und hier geschah ein kleines Wunder. In kürzester Zeit erklärten sich über 50 Mädels und Frauen bereit für die Aktion zu backen. Freundinnen fragten Freundinnen, Mütter, Wandergruppen. Immer weiter ging die Welle der Hilfsbereitschaft. Und wir Planerinnen steuerten natürlich auch diverse Bleche bei.

Doch auch darüber hinaus fingen so viele Menschen in meinem Umfeld sich an zu engagieren. Manche unterstützten gezielt die Hebammen, andere überlegten was sie noch spenden könnten, wieder andere waren vor Ort dabei. Das alles zu erleben, war ein unglaublich schönes Gefühl.

Tag 6: heute: Kurz nach 14.00 Uhr trafen wir bepackt mit Kuchen satt im Lager ein, bauten Tische auf, hingen Schilder auf auf denen in verschiedenen Sprachen zu lesen war, dass es bei uns Kuchen gab (eine tolle Idee von Backschwester Andrea), spontan fanden sich vor Ort Helfer ein die direkt mit anpacken und auch von den Flüchtlingen waren direkt einige zur Stelle die helfen wollten. Auch das Backfräulein war zum Helfen dabei, hatte es gestern doch schon mit mir zahlreiche Muffins gebacken und dekoriert.

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Eine Spannung lag mit einem Mal in der Luft. Wir wurden beäugt und der Platz um uns füllte sich rasant. Einige von uns gingen mit Schildern zu den Zelten um auch dort von der Aktion zu erzählen.

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Trauben von Kindern belagerten den Stand noch ehe der erste Kuchen aufgebaut war. Wow, das würde gleich rund gehen und ich war froh für jeden einzelnen Helfer.

Und dann ging es los: die Kuchen wurden aufgebaut und wir begannen mit dem Verteilen. Ihr könnt euch das nicht vorstellen: so viele Hände die sich euch entgegenstrecken und ein Stück Kuchen wollen. Egal welches: Hauptsache Kuchen! Von allen Seiten kamen die Menschen und einige Flüchtlinge halfen uns dabei, Ordnung in das Chaos zu bringen. Spontan fanden sich noch mehr Helfer ein und bald ging es routiniert zu, so dass wir Kuchen für Kuchen ausgeben konnten.

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45 Minuten und weit über 1000 verteilte Kuchenstücke später, war kein Krümel mehr da. Es war ganz einfach unglaublich. Wir hätten noch viel mehr Kuchen verteilen können. Und da das sicherlich nicht mein letzter Einsatz im Lager war, werden wir mit Sicherheit beim nächsten Mal noch einiges mehr dabei haben. Die Freude der Menschen, gerade der Kinder, wird denke ich auf den Fotos deutlich.

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An dieser Stelle muss ich auch einfach ein ganz großes Dankeschön an all die Helfer, die Kuchenbäckerinnen und diejenigen loswerden, die da heute so tatkräftig mitgeholfen haben! Ohne euch wäre die kleine Idee, den Menschen mit einem Stück Kuchen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern nicht möglich gewesen.

Eine weitere kleine Hilfsaktion ist in dieser Woche dann auch noch gerade so mit entstanden: ich sammele jetzt Wolle, Strick- und Häkelnadeln für die Frauen im Lager, denn viele von ihnen würden sehr gerne handarbeiten. Solltet ihr da also zuhause noch ein paar Wollknäuel oder Nadeln haben, dann nehmt gerne Kontakt mit mir auf. Die Spendenlawine dafür startet gerade.

Wie anfangs gesagt: ich bin kein politischer Blogger, doch die Menschlichkeit, die ich heute erfahren habe, die möchte ich mit euch teilen.

Und gleichzeitig kann ich euch nur sagen: manchmal sagt ein Stück Kuchen mehr als tausend Worte!

Wie immer die süßesten Grüße für euch

Christine

P.S.: Solltet ihr unter dem Motto „Farbe bekennen – braun steht nur dem Kuchen gut“ einen Kuchen backen wollen, verlinkt gerne in einem Kommentar. Hier das Banner:

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P.P.S.: es gibt übrigens viele, viele Blogger die mittlerweile ihre Meinung zur Flüchtlingssituation bloggen. Wer sich dafür interessiert, dem empfehle ich die tolle Aktion Blogger für Flüchtlinge. #bloggerfuerfluechtlinge

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